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Newsletter 2-2 | 2018

Problematik der Forellenproduzenten

VHS tritt in einzelnen Regionen gehäuft auf

Problematisch ist aktuell die Situation im Bereich der Forellenproduzenten, offensichtlich ist seit etwa einem Jahr ein gehäuftes Auftreten von VHS in manchen Landstrichen zu verzeichnen. Die Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften von einzelnen Behörden muss wohl als eher eigenwillig bezeichnet werden. Daraus ergeben sich verschiedene Ansinnen die an den VDBA herangetragen wurden, Infos und Vorschläge in aller Kürze in diesem Newsletter.

Zur aktuellen Situation

Dass wir zur Zeit ein Problem mit viruspositiven Betrieben und einer daraus resultierenden, unbestimmten Bedrohungslage für die gesamte Branche haben, ist unbestritten. Soweit ich das sehe, ist die Bedrohungslage entstanden durch die Nichtbeachtung von bestehenden gesetzlichen Vorgaben seitens Behörden, und deren eventuell unverantwortliche Ausnutzung durch Einzelne.

 

Für den einzelnen Betrieb geht es sehr schnell um die Existenz, und daher stellt man sich natürlich die Frage wie kann ich mich zusätzlich schützen, wenn bestehendes Recht nicht umgesetzt, oder eingehalten wird.

 

Ich möchte in diesem Zusammenhang an ein Einzelmitgliedertreffen erinnern, bei dem ich das sehr umfassende Konzept eines Notfallplans zur Bestandssicherung vorstellte.

 

Eine vorgeschlagene zusätzliche Probenahme ist unproblematisch, und zusammen mit der jeweiligen Behörde auch als belastbares Dokument zu gestalten. Was bringt so etwas?

 

  1. Für den Betrieb selbst eine zeitnahe Diagnose der Ist- Situation
  2. Für die Kunden zusätzliche Sicherheit und damit ein Verkauf / Kauf -argument für die Produkte
  3. Bei dennoch auftretenden Problemen nach dem Verkauf, eine ganz wesentliche Verbesserung bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Was unweigerlich kommen wird.
  4. Wenn man endlich beim FLI eine kurzfristige Bearbeitung der Einsendung erreichen könnte, wäre natürlich mit diesen Untersuchungen auch die Rückverfolgung auf die Auslöser deutlich leichter.
  5. Könnte man durch diese privaten zusätzlichen Untersuchungen das Geschehen eingrenzen, würden auch die andere Marktteilnehmer wesentlich weniger verunsichert und nicht ggf. für längere Zeit abwandern oder sich zumindest deutlich zurückhalten.
  6. Langfristig muss es das Ziel sein, den Markt von den sicheren Produkten der einheimischen Produktion zu überzeugen, das geht aber nur mit belastbaren und ehrlichen Verfahrensweisen und Ergebnissen.

 

Wenn man also sich über Selbstverpflichtungen Gedanken macht, bedarf es eines Konzeptes das transparent, und langfristig angelegt ist.

 

Die fachlichen Einzelheiten können relativ leicht von den Fachleuten beigesteuert werden, jedoch bin ich der Meinung, dass die Hoheit über ein solches Konzept bei der Branche bleiben muss und nicht von den Behörden an sich gezogen werden darf.

 

Die lokale Behörde haben in einzelnen Segmenten ihre Hausaufgaben nicht gemacht, und wir sollten darauf drängen, dass dies abgestellt wird. Jedoch sollten wir nicht die Grundlage dafür schaffen, dass generell die Belastung durch Behörden steigt. Das ist häufig von der Persönlichkeit der Beamten abhängig, nicht selten missbraucht zur Selbstdarstellung. Der Druck auf die Branchenteilnehmer muss aus der Branche kommen und ist dann sicher effizienter.

 

Inwieweit man daraus ein Label schafft, lasse ich mal dahin gestellt, es könnte aber diskutiert werden. Es gibt auch das Verbot der „Werbung mit Selbstverständlichkeiten“.

 

Man sollte immer daran denken, dass Fische aus den relevanten Betrieben ja nicht nur geschlachtet oder verarbeitet auf den Markt kommen, oder in anderen Betrieben ggf. noch abwachsen, sondern auch als Besatz in freie Gewässer kommen. Ein Bereich der nicht nur die Fläche versorgt (Infektionsrisiko), sondern auch gute Preise bezahlt.

 

Bei der nächsten Jahresversammlung des VDBA wird darüber entschieden ob und wie man seitens des Verbandes, z.B. in einer eigenen Arbeitsgruppe, mit diesen Themen umgehen soll.

 

Kartenmaterial über die Verbreitung der Krankheit und allgemeine offzielle Hinweise finden Sie auch im öffentlichen Bereich des FLI: https://www.fli.de/de/institute/institut-fuer-infektionsmedizin-imed/referenzlabore/nrl-fuer-vhs/

 

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