Newsletter 4 | 2017

Runder Tisch Aquakultur

Runder Tisch Aquakultur am Bundes Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Auch heuer hat das BMEL wieder zum „Runder Tisch Aquakultur“ eingeladen. Den mit der Aquakultur verbundenen Institutionen und Verbänden wird dort seit vielen Jahren die Gelegenheit gegeben sich auszutauschen. Der VDBA bringt sich mit wesentlichen Themen bei der Planung des Treffens ein, und bedankt sich an dieser Stelle sehr für die Unterstützung des Referates 631 und für die kollegiale Art, das Programm gemeinsam gestalten zu dürfen.

 

Ein großes Anliegen des VDBA endlich die Anzeigepflicht von KHV abzuschaffen, konnte wegen kurzfristiger Absage des relevanten Referates wieder nicht besprochen werden.

Studie "Perspektiven der Aquakultur"

Ein Schwerpunkt war heuer die Präsentation der großen Studie „Perspektiven der Aquakultur". Herr Schmüdderich von der Cofad hat die wesentlichen Aspekte zusammengefasst.

Hier können Sie die Kurzfassung der Perspektivstudie herunterladen:

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Perspektivstudie für die deutsche Aquakultur im internationalen Wettbewerb
Kurzfassung
Zusammenfassung-Perspektivstudie Aquakul
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Die 500 Seiten starke Dokumentation, gibt es hier als Datei zum Download:

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Perspektivstudie für die deutsche Aquakultur im internationalen Wettbewerb
Vollversion
Perspektivstudie Aquakultur Vollversion.
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Wie jedes Jahr waren aus dem Forschungsbereich und den Länderbehörden zahlreiche Teilnehmer anwesend, die auch Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellten.

Zum Thema KHV

Da in diesen Tagen das neue Tiergesundheitsgesetz (AHL) in der EU mit Inhalt gefüllt wird, steht auch die Frage der Anzeigepflicht der Koi Herpesvirose CyHV3, kurz KHV an. Die Zeit bis zur Entscheidung wird eher in Tagen als in Wochen gemessen!! Der bisherige Vorschlag sieht die Gleichstellung von KHV mit VHS und IHN hinsichtlich der Anzeigepflicht mit den entsprechenden Konsequenzen für die Betriebe vor. Leider wird dieser Vorschlag von der relevanten Behörde in Deutschland unterstützt. Eine Diskussion hierzu war leider bislang sowie bei dem „Runden Tisch“ nicht möglich, da das für Fischkrankheiten zuständige Referat sehr kurzfristig per email die Teilnahme absagte. Die Wertschätzung der betroffenen Sparte könnte man nicht deutlicher mitteilen.

 

Wenigstens eine Kommunikation zu diesem seit Jahren prägnantem Thema wurde erwartet.

 

Eine Unterstützung der Aquakultur in dieser Angelegenheit erfolgt scheinbar wieder nicht. Auch eine umfangreiche und interessante Studie zur Zukunft der Aquakultur ändert daran nichts.

nicht veröffentlicht
nicht veröffentlicht

Die Position des relevanten Referates ist diesbezüglich mit „zurückhaltend“ euphemistisch beschrieben. Statements dieses Referates in Brüssel werden nicht kommuniziert, man erfährt sie aber sehr wohl in der Kommission.

 

Die seit Jahren rückläufige Kommunikation des Referates mit dem betroffenen Sektor gipfelte heuer in der völligen Abwesenheit bei der Tagung. Trotz gegenteiliger Aussagen bei der Planung und Einladung. Die Abwesenheit eines ganzen Referates wegen der Krankheit eines einzelnen Mitarbeiters kann nicht falsch interpretiert werden.

 

Der VDBA hat daher noch einmal die Position der Internationalen Karpfenkonferenz zu KHV vorgetragen, sie fordert einstimmig die Rücknahme der Anzeigepflicht von KHV.

 

Zu diesem Thema gibt es in naher Zukunft noch einige Treffen, auch international, an denen der VDBA teilnimmt. Ich werde zeitnah darüber berichten.

 

Dr. Fabian Schäfer stellte neben inhaltlichen Neuerungen (u.a. Nachrichten-Ticker und Videos rund um die Fischzucht) des Informationsportals zur Aquakultur - www.aquakulturinfo.de - auch erste vorläufige Ergebnisse einer laufenden Nutzer-Befragung zum Image der Aquakultur und dem Verbraucherverhalten vor. Bei den Befragten zeigte sich eine überwiegend negative Einstellung zur Aquakultur bei den Themen Umwelt und Fischmehl/Überfischung, nicht jedoch bei Rückständen von Schadstoffen wie Antibiotika. Interessanterweise äußerte die Gruppe der Befragten mit überwiegend negativer Einstellung zur Aquakultur dennoch die Absicht, entsprechende Produkte zu erwerben bzw. zu essen. Eine große Mehrheit antwortete mit einem klaren "Ja" zum Ausbau der Aquakultur in Deutschland. Die Ergebnisse der Befragung werden nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht.

 

Dr. Franz Geldhauser vom BStMELF stellte den in Bayern nun anlaufenden Ottermanagementplan vor. Er wird hoffentlich auch für andere Bundesländer Vorbildcharakter haben. Die Runde der Teilnehmer war sich einig darüber, dass die Teichwirte jedoch schnellstmöglich eine Hilfe benötigen, und dass es nicht solange dauern darf wie bei den Managementplänen bzgl. anderer Prädatoren. Das werden die Betroffenen Teichwirte finanziell nicht überstehen. (Einzelheiten darüber auch auf unserem NL Nr 02, in Kat.: Prädatoren ) 

 

„Die Zahl öffentlich geförderter Umfragen zum Thema Aquakultur ist umgekehrt proportional zur Hilfe der Behörden bei Genehmigungsverfahren.

Eine Entschädigung bei Prädatorenschäden wird generell als notwendig, jedoch nicht als ausreichend angesehen, da ein Fischzüchter sich nicht von Entschädigungen ernähren will, sondern von seiner Arbeit.“ (Teil des Redebeitrags VDBA).

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